Schweizer Plansprachenlexikon – Universalaj lingvoj en
Svislando
Autor: Andreas Künzli, Historiker, Esperantologe und Slawist.
Herausgeber: das Centre de documentation et d’étude sur la langue internationale (CDELI) der Stadtbibliothek La Chaux-de-Fonds und die Schweizerische Esperanto-Gesellschaft (SES).
La Chaux-de-Fonds, 2006. 1129 Seiten. Verkaufspreis: CHF 90.- oder € 60.-
Jacques-André Humair, der Direktor der Stadtbibliothek von La Chaux-de-Fons signalisiert in seinem Vorwort zum Schweizer Plansprachenlexikon, einem über 1200-seitigen Nachschlagewerk über die Interlinguistik, dass „diese Publikation den Wandel im Rahmen des 100. Geburtstags der Schweizerischen Esperanto-Gesellschaft unterstreicht“ und auch „die 50 Jahre ehrenamtlichen und unermüdlichen Einsatzes des CDELI markiert, welches sich darum bemüht, die Dauerhaftigkeit des Archivs der internationalen Sprache und ihrer interlinguistischen Bewegungen, insbesondere des Esperanto, Ido, Volapük, Occidental und der Interlingua, sowie die nachhaltige Bewahrung ihrer Geschichte und entsprechenden Herkunft zu gewährleisten“.
Nach einem ersten Kapitel (Seiten 39-146) bestehend aus einleitenden Texten in den nationalen Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und sogar Rätoromanisch, behandeln die nächsten Kapitel die eigentlichen interlinguistischen Bewegungen, in der Reihenfolge ihres Auftretens in der Schweiz, zuerst das Volapük 1879 (Seite 147-182), dann Esperanto 1887 (Seite 183-790), Ido 1907 (Seite 791-852), Occidental-Interlingua 1922 (Seite 853-866) und schliesslich Interlingua 1951 (Seite 867-912). Die interlinguistischen Aktivitäten in der Schweiz (Seite 913-974) und ihre Chronologie (Seite 975-1006) bereichern schliesslich die beiden letzten Kapitel dieses Lexikons.
Jedes Kapitel besteht zuerst aus einem reich illustrierten, lexikalischen Teil in Esperanto und anschliessend einer Anthologie publizierter Texte in ihrem vollem Umfang. Es handelt sich um historische, bisweilen polemische Dokumente, welche die Forscher im CDELI konsultieren. Mit dem Erscheinen dieses Werks, stehen alle diese Dokumente dem Publikum zur Verfügung.
Die deutsch- und französischsprachigen Leser, welche des Esperantos nicht mächtig sind, finden am Ende des Werks einen „Leseschlüssel zu Esperanto“ mit einem entsprechenden Wörterverzeichnis (Seite 1098-1129), welcher die Konsultation der lexikalischen Teile erleichtert.
Dieses Nachschlagewerk liefert objektive Informationen über alle Aktivitäten, im Zusammenhang mit den oft verkannten Bestrebungen gewisser Schweizer und Schweizerinnen, die sich für oder gegen eine künstliche Weltsprache eingesetzt haben und die durch ihre in Esperanto publizierten literarischen, pädagogischen und wissenschaftlichen Werke bekannt sind. Von nun an ist es möglich, sich mit diesen historischen, linguistischen, soziologischen und kulturellen Fakten betreffend eine vielsprachige Schweiz und den Nutzen, den eine Plansprache für das internationale Leben bringen kann, vertraut zu machen, ohne sich nach La Chaux-de-Fonds begeben zu müssen.
Die deutschsprachigen Leser, welche vor allem an Material in deutscher Sprache interessiert sind, finden unter anderem folgende Texte:
Andreas Künzli: „Neutrale Universalsprachen als Alternative“ Seite 41-68
Andreas Künzli: „Neutrale Universalsprachen und Esperanto in der Schweiz“ Seite 135-144
G. Schmid: „Volapük – die Weltsprache“, eine Beschreibung der Weltsprache Volapük, Seite 161-179
Wilhelm Osterwald, Nobelpreisträger für Chemie: „Die Organisation der Welt“ (374-388)
August Forel: „Der Weg zur Kultur“ eine kurze Abhandlung über die Sprachproblematik, Seite 509-512
Ludwig Klaesi: „Kampf um Europa von der Schweiz aus gesehen: Die Sprachenfrage und die neue Weltordnung aus der Sicht der Europa-Union“ Seite 762-767
In rätoromanischer Sprache zieht Dr. Arthur Baur einen Vergleich zwischen Esperanto und Rumantsch grischun: „Dos linguas plansiedas – Un conguel dal Rumantsch grischun e dal Esperanto“
Weitere Informationen finden Sie unter www.plansprachen.ch .
Das Werk kann zum Preis von Fr. 90.- im Esperanto-Buchladen in Zürich
bezogen werden.