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Esperanto stellt sich vor

Immer mehr setzt sich die Einsicht durch, dass das Sprachenproblem in den internationalen Beziehungen nur durch die allgemeine Einführung der leicht erlernbaren, neutralen Internationalen Sprache Esperanto gelöst werden kann. Für diese Lösung sprachen sich Ende 1966 in einem Antrag an die Vereinten Nationen fast eine Million Personen, vom Arbeiter bis zum Staatspräsidenten und 3600 Organisationen mit 76 Millionen Mitgliedern in aller Welt aus.

Esperanto hat sich bereits bewährt. Grosse Tagungen, Fachverbände, Behörden haben sich seiner mit bestem Erfolg bei Werbung und Verhandlungen bedient. Das Radio in aller Welt bringt Sendungen in und über Esperanto, und Schulen aller Grade einschliesslich Universitäten haben es in ihren Lehrplan aufgenommen. Über hundert Zeitungen und Zeitschriften erscheinen ganz oder zum Teil in Esperanto, und seine Literatur umfasst Zehntausende von Büchern und sonstigen Schriften. Die durch Esperanto erzielten Ergebnisse auf dem Gebiet des geistigen Austausches und der Annäherung der Völker untereinander sind auch von der UNESCO anerkannt worden.

Diese Erfolge erklären sich nicht zuletzt aus dem geistvollen Aufbau der Schöpfung Dr. Zamenhofs. Das Regelwerk der Sprache ist denkbar einfach und lässt sich hier auf engstem Raum zusammenfassen. Wenn Sie Esperanto lernen wollen, empfehlen wir Ihnen einen der zahlreichen Kurse der Amikaro Esperantista oder der lokalen und regionalen Esperanto-Vereine. Auch verschiedene Schulen z.B. Reisehochschule, Coop, Migros und Volkshochschulen bieten immer wieder Esperanto-Kurse an.

Esperanto ist aber unabhängig davon, ob es jemals die Rolle der Weltbrückensprache spielen wird, die beste Vorbereitung für das Studium von Fremdsprachen. Schulversuche mit über 1000 Kindern in der Schweiz, in Finnland und in Ungarn haben gezeigt, dass Kinder, die zuerst ein Jahr lang Esperanto studieren, jede weitere Fremdsprache in mehr als der halben Zeit lernen, als Kinder, die keine Esperanto-Kenntnisse haben. Wenn Sie also beispielsweise Englisch oder eine andere Fremdsprache erlernen wollen und zuerst einen Esperanto-Kurs belegen, dann können Sie sehr viel Zeit sparen.

Hier eine Übersicht über die Sprache:

Aussprache:

Die Buchstaben werden wie im Deutschen ausgesprochen; abweichend nur folgende:

c = z (Zar): caro, Cezaro
s = ß/ss (Kuß): kiso
v = w (warm) varma
z = s (Rose): rozo
ŝ* = sch (Schaf): ŝafo
ĉ* = tsch (Tschechai):ĉar
ĝ* = dsch (Gentleman): paĝo
ĵ* = weiches sch (Journal):ĵurnalo
ĥ* = ch (Jacht): jaĥto
aŭ = au (Auto): aŭto
eŭ = (nicht oi sondern man hört eben ein e und ein u) Eŭropo
oj = eu: domoj (=Häuser)
aj = ei: multaj (=viele)
Die Betonung liegt stets auf der vorletzten Silbe.
*:Wo die Sonderzeichen sich technisch nicht darstellen lassen, werden diese wie unten substituiert:

Sprachlehre / Grammatik

Die Regeln kennen keinerlei Ausnahme.

Der bestimmte Artikel (der, die das) lautet immer la. Der unbestimmte Artikel entfällt. (la tablo = der Tisch; tablo = ein Tisch)

Substantive enden auf -o (certo = Sicherheit), Adjektive auf -a (certa = sicher); Adverbien auf -e (certe = auf sichere Weise); die Mehrzahl wird mit -j gebildet (certaj lokoj = sichere Orte); Objekte werden (beim Adjektiv, Substantiv und Pronomen) mit -n oder Präpositionen markiert (mi amas vin = ich liebe dich; mi pensas vin / mi pensas pri vi = ich denke an dich). Die Richtung wird entweder durch -n oder durch die Präpositionen al/ is oder tra angegeben.

Die Personalpronomen lauten mi (ich), vi (du, ihr, Sie), li (er), ŝi (sie), ĝi (es), ni (wir), ili (sie: Mehrz.). Die Possesivpronomen werden mit -a als Adjektive der Personalpronomen gebildet (mi - mia = ich - mein).

Die Steigerung erfolgt mit pli (Komparativ) und plej (Superlativ) (Petro esstas pli granda ol Karlo = Peter ist grösser als Karl; Petro estas la plej granda = Peter ist der grösste).

Zahlwörter: nul = 0; unu = 1, du = 2, tri = 3, kvar = 4, kvin = 5; ses = 6; sep = 7; ok = 8; naú = 9; dek = 10; dek-unu = 11; dek-du = 12; dudek = 20; dudek-unu = 21; cent = 100; kvarcent-tridek-kvar = 434; mil = 1000; kvinmil-ducent-kvardek-sep = 5247.

Ordnungszahlen werden mit der Adjektivendung -a von den Zahlwörtern abgeleitet.

Der Infinitiv endet auf -i (mi devas labori = ich muss arbeiten). Die Gegenwart wird mit -as (mi laboras = ich arbeite); die Vergangenheit mit -is (mi laboris = ich habe gearbeitet, ich arbeitete, ich hatte gearbeitet), die Zukunft mit -os (mi laboros = ich werde arbeiten), die Möglichkeitsform mit -us (mi laborus, se ... = ich würde arbeiten, wenn ...) und die Aufforderungsform mit -u (laboru = arbeite; mi pli bone iru = ich sollte besser gehen) gebildet.

Im Esperanto lassen sich insgesamt sechs Partizipialformen bilden:

Aktiv Passiv

gleichzeitig -ant- -at-

vorzeitig -int- -it-

nachzeitig -ont- -ot-

Beispiele:

Kisinte la knabinon, li forkuris. = Nachdem er das Mädchen geküsst hatte, lief er weg.

La farita laboro kontentigas = die getane Arbeit befriedigt.

La farota laboro lacigas.= Arbeit, die erledigt werden muss, ermüdet.

Kisonte la knabinon mi eniris. - Ich trat ein, um das Mädchen zu küssen.

Wortbildung:
Vorsilben:

mal- bezeichnet das Gegenteil (granda = gross; malgranda = klein)
fi- bezeichnet Abschätzigkeit (fihomo = Unmensch)
mis- entspricht dem deutschen miss- (miskompreni = missverstehen)
re- bezeichnet die Wiederholung (reveni = wieder- / zurückkommen)

Nachsilben:

-aĉ- bezeichnet die Verschlechterung (hundo = Hund; hundaĉo = Köter)
-eg- bezeichnet die Verstärkung (granda = gross; grandega = riesig)
-et- bezeichnet die Abschwächung (bela = schön; beleta = hübsch)
-em- bezeichnet eine Neigung: (laborema = arbeitsam; sentema = einfühlsam; dormema = schläfrig)
-il- bezeichnet ein Instrument (labori = arbeiten; laborilo = Werkzeug)
-ig- erhöht die Valenz eines Verbes (d.h. eine neue handelnde Person wird eingeführt) (la arbo falas = der Baum fällt; mi faligas la arbon = ich fälle den Baum; mi laborigas vin = ich lasse dich arbeiten / ich mache, dass du arbeitest / ich beschäftige dich)
-iĝ- ist das Gegenstück zu -ig-: Der Handelnde verschwindet aus dem Satz: (Mi finas la laboron = ich beendige die Arbeit; la laboro finiĝas = die Arbeit geht zu Ende; mi sidas = ich sitze; mi sidiĝas = ich setze mich)
-in- bezeichnet die weibliche Form (ino = Frau; knabo = Junge; knabino = Mädchen; onklo = Onkel = onklino = Tante; instruisto = Lehrer; instruistino = Lehrerin)
-ej- bezeichnet einen Ort (lernejo = Schule; laborejo = Geschäft / Arbeitsort)

(Die Liste ist keineswegs vollständig; hier sind nur einige sehr produktive Elemente aufgelistet.)

Kleines Glossar Esperanto-Deutsch

bonan matenon = guten Morgen
bonan tagon = guten Tag
bonan vesperon = guten Abend
bonan nokton = gute Nacht
saluton = sei gegrüsst
Ĝis revido = auf Wiedersehenin
Mi amas vin. = Ich liebe dich.
Kiel vi fartas? = Wie geht es dir/ Ihnen/ euch?
Mi fartas bone kaj vi? = Mir geht es gut und dir?
Ĉu vi bone fartas? = Geht es dir(euch/ Ihnen gut?
jes / ne = ja / nein
Kio estas tio? = Was ist das?
Tio estas homo. = Das ist ein Mensch.
Tio estas viro. = Das ist ein Mann.
Tio estas ino. = Das ist eine Frau.
Tio estas objekto. = Das ist ein Objekt.
Tio estas biciklo. = Das ist ein Fahrrad.
Mi biciklemas. = Ich fahre gerne Rad.
Tio estas domo. = Das ist ein Haus.
Kio estas en la domo? = Was ist im Haus?
En la domo estas homoj. = Im Haus sind Menschen.
La domo estas bela. = Das Haus ist schön.
La domo belas. = Das Haus ist schön.
Vi frenezas! = Du bist verrückt!
Silentu aĉulo! = Schweig Mistkerl!

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